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Gedichte. Ausgabe letzter Hand

Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte. Ausgabe letzter Hand - Kapitel 135
Quellenangabe
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typepoem
authorJohann Wolfgang von Goethe
titleGedichte. Ausgabe letzter Hand
publisherArtemis-Verlag Zürich
editorErnst Beutler
year1949
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20130530
projectid7bdc9617
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VI. Reisezehrung

Entwöhnen sollt ich mich vom Glanz der Blicke,
      Mein Leben sollten sie nicht mehr verschönen.
      Was man Geschick nennt, läßt sich nicht versöhnen,
      Ich weiß es wohl, und trat bestürzt zurücke.

Nun wußt ich auch von keinem weitern Glücke;
      Gleich fing ich an von diesen und von jenen
      Notwendgen Dingen sonst mich zu entwöhnen:
      Notwendig schien mir nichts als ihre Blicke.

Des Weines Glut, den Vielgenuß der Speisen,
      Bequemlichkeit und Schlaf und sonstge Gaben,
      Gesellschaft wies ich weg, daß wenig bliebe.

Vernimm das Lispeln dieses Liebewehens;
      Mein einzig Glück auf Erden ist dein Wille,
      Dein freundlicher, zu mir; gib mir ein Zeichen!

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