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August von Platen: Gedichte - Kapitel 98
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
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In Rorschach

(1816)

      Noch bin ich hier im Schoß des freien Volks;
Doch schon erblick ich an den fernen Ufern
Die Länder, wo der Königszepter herrscht,
Wo alle sich des Einen Willen fügen,
Und alles Glück liegt in dem Worte Gunst.
Hier ist kein Vornehm, kein Gering, hier sieht
Dem Bürger sich der Bürger gegenüber;
Und keiner steht so hoch, daß er auf andre
Mit stolzem Blick hinunterschauen kann.
Und wem die Kraft gegeben ward von Gott,
Dem ist kein Weg verschlossen, sie zu zeigen,
Und jeder sucht die Stelle, die ihm ziemt.
Freimütig darf die Zunge sich bewegen,
Nicht bei der Klugheit fragt sie sorglich an,
Wenn sie die Schätze der Gesinnung öffnet.
Hier spendet niemand Gnaden aus als Gott,
Und ewig dauert nur die Herrschaft Gottes.
Hier führt nicht blinde Liebe zu dem Einen,
Nur Sorge für des Ganzen Wohl das Volk.
Kein Demutsblick der Unterwürfigkeit
Wird hier gesehn, und niemand ist, an den
Man immerwährend schöne Worte richtet,
Und der zuweilen nicht ein hartes hört.

 


 

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