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August von Platen: Gedichte - Kapitel 95
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
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Abschiedswort an die Freunde

(1815)

    Gehabt euch wohl, ihr Freunde,
Ihr bleibt in Vaters Haus:
Wir ziehn in fremde Lande,
Wir ziehn wohl weit hinaus.

Zum Himmel mögt ihr flehen,
Gehn wir zu Kampf und Streit;
Doch fleht ihn nicht um Gnade,
Nur um Gerechtigkeit.

Laßt uns noch treu umarmen,
Eh's uns zu scheiden treibt:
Wer weiß, wer wiederkehret,
Wer weiß, wer dorten bleibt?

Vielleicht sind unsre Tage
Vom nahen Tod beschränkt;
Allein wir nehmen gerne,
Was uns der Vater schenkt.

In seiner Hand ist Leben,
Und Tod in seiner Hand.
Lebt wohl! Wir sind nicht unser,
Wir sind dem Vaterland!

 


 

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