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August von Platen: Gedichte - Kapitel 94
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
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Bei der Nachricht
von Bonapartes Einzug in Paris 1815

        Ha, welch ein Volk wohnt überm Rheine,
Welch unbegreifliches Geschlecht!
Verehrt man dort der Sitten keine?
Verehrt man dort kein menschlich Recht?

Geheim entsprang der blut'ge Tiger
Aus seinem Kerker, er allein,
Und dieser einz'ge zieht als Sieger
Bei Millionen Sklaven ein!

Der König flieht, der Friedebringer,
Wer achtete sein Silberhaar?
So steigt zum Thron der Kapetinger
Aufs neue Korsikas Barbar.

Sie lassen ihm ihr Hoch erschallen,
Sie krönen eines Mörders Haupt,
Ein Haupt, dem Henker längst verfallen,
Des Lorbeerschmuckes längst beraubt.

In Spanien, vor Leipzigs Heere
Verlor er seinen letzten Ruhm,
In Frankreich seine letzte Ehre
Mit dem verwirkten Kaisertum.

Wohin er nur die Blicke wandte,
Da fand er schmählich sich entehrt,
Jetzt trifft er Jubel statt der Schande,
Wohin er nur die Blicke kehrt.

Erhebt euch mit dem Rächerschwerte,
Ihr Völker aus dem Süd und Nord,
Und reinigt die entweihte Erde,
Und züchtigt den Rebellenhort!

Wohlan! Wir trauen unserm Gotte,
Der selbst den Siegerkranz uns flicht,
Er führt den Wütrich zum Schafotte,
Von dort aus - in das Weltgericht!

 


 

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