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August von Platen: Gedichte - Kapitel 62
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
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Philia

            Ach nicht Schätze, nicht Gold bitt ich vom Schicksal mir,
    Nicht des Ruhmes gepriesnen Kranz,
Nicht die Herrschaft der Welt, nicht die Verewigung
    Bei des Staubes Geborenen.
Und nicht Säulen von Gold, welche behangen sind
    Mit des blutigen Siegs Trophän.
Nicht ein marmorner Stein baue mein Grabmal auf,
    Welcher schmeichelnder Worte Schwall
Von dem Meißel empfing, Taten des Lebenden.
    Andern laß ich dies alles gern,
Die am Staube der Welt kleben mit niederm Sinn,
    Die am Thron nur die Flimmer sehn,
Nicht die laurende Schar quälender Sorgen rings,
    Die vom Golde der Glanz entzückt.
Freundschaft nenn ich das Gut, welches mein Herz verlangt,
    Einen trauten Patroklos gib
Mir zum Freunde, Geschick, bin ich auch nicht Achill.
    Ach, verdient denn der Held allein,
Hektors Sieger allein, Äakus Enkel nur,
    Freundschaft! daß er dein Glück genießt?
Halfst du, Göttliche, doch des Agamemnons Sohn,
    Als das grimmige Schicksal ihn
Durch die Erde gejagt, qualenbelasteter
    Als Ixion und Tantalus.
Reich den Becher auch mir, welcher der Labe voll
    Mich zu deinem Verehrer weiht!

 


 

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