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August von Platen: Gedichte - Kapitel 59
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
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        So war ich ein Ball des Geschicks nur? Die Liebe, sie schied und sie kam,
Sie brachte mir liebliche Hoffnung, sie brachte mir tödlichen Gram;
Doch ward sie auf immer verbannt nun, und all ihr Gefolge mit ihr:
Die Trauer, die Sorge, die Sehnsucht, die Furcht, die Begierde, die Scham;
Und nun, da der Schenke mir Wein beut, und Rosen in rosiger Hand,
Entrinnet dem Herzen das Blut leicht, das sonst mir den Odem benahm;
Nicht mehr in unendlicher Schwermut verlangt und erbangt das Gemüt,
Ich huldige ruhiger Neigung, so treu, so gelinde, so zahm;
Wohl rühm ich die Tulpe der Schönheit, doch ohne bestochen zu sein,
Zum Spiele nun schwingt sich der Geist frei, der jedem Verlangen entkam;
Erwähle die Tulpe, wie Hafis, die Rose der Liebe verlaß,
Betäubend erfüllt ihr Geruch dich, es machen die Stachel dich lahm.

 


 

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