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August von Platen: Gedichte - Kapitel 5
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
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        Gesellig wandern werd ich nicht mit dir
Durch Feld und Flur und ländlich Buschrevier,
Das seine letzten Schatten, halbentlaubt,
Uns schenkt und Blätter schüttelt auf dein Haupt:
Dir, dem der Frühling seine Blüte gab,
Tritt auch der Herbst den letzten Schmuck noch ab.
Doch keine Blumen werd ich mehr gewahr,
Den Kranz zu drücken in dein dunkles Haar;
Wie müßten lieblich Rosen und Jasmin
Sich schlingen, Freund, um deine Schläfe hin!
Doch blühn Kamillen mir noch um und um,
Kartäusernelken, blasses Colchikum,
Die kleine Bellis birgt sich sittsam hier,
Sie ist des Lenzes wie des Herbstes Zier,
Die Achillea steht noch weißlich grau
Und neben ihr der Skabiose Blau.
Kaum würzt noch Münz' und Thymian die Luft,
Die andern alle spenden keinen Duft.
Sie welken ungepflückt und unbegehrt,
Drum scheint mir keine, dich zu kränzen, wert.

Komm, laß uns ruhen im Maßholderstrauch,
Hier quillt ein Bach, hier schwillt der Rasen auch
Und breitet seidenweich sein grünes Vlies,
Hier schmecken Küsse noch einmal so süß.
Und wir bedürfen ja nur uns allein,
Um ganz vergnügt, ja – ganz beglückt zu sein.

 


 

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