Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
August von Platen: Gedichte - Kapitel 45
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
Schließen

Navigation:
      O Tor, wer nicht im Augenblick den wahren Augenblick ergreift,
Wer, was er liebt, im Auge hat, und dennoch nach der Seite schweift!
Ihr wähnt, es sei der Freude Schloß für ew'ge Tage stark und fest,
Doch, wenn ihr's heute nicht besetzt, so seht ihr's morgen früh geschleift;
Es hat der Sämann ausgesät, doch frißt die Sense nun der Rost,
Des Schnitters Arme sind zu schlaff, was hilft es, ob das Korn gereift?
Die welken Blätter lest ihr auf, da stürmisch der November saust,
O pflücktet Blüten ihr im Mai, wenn aus dem Laub der Vogel pfeift!
Nur der vermag, wie Titus einst, zu rufen: Ich gewann den Tag!
Wer einen süßen Mund berührt, an einen schönen Arm gestreift:
Die Lehre zwar ist alt, ich weiß; doch hat sie mancher nicht befolgt,
Des Grab sich nun im Lenz berost, des Grab sich nun im Herbst bereift.

 


 

 << Kapitel 44  Kapitel 46 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.