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August von Platen: Gedichte - Kapitel 42
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
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Hab ich doch Verlust in allem, was ich je gewann, ertragen;
Aber, glaubet mir, das Leben läßt sich dann und wann ertragen!
Zwar der ganze Druck des Leidens riß mich oft schon halb zu Boden,
Doch ich hab ihn immer wieder, wenn ich mich besann, ertragen:
Mir geziemt der volle Becher, mir der volle Klang der Lauten,
Denn den vollen Schmerz des Lebens hab ich als ein Mann ertragen!
Trennungsqual, verschmähte Liebe, Freundes Haß und Widersacher
Hab ich, und was sonst der Faden des Geschicks mir spann, ertragen;
Doch nun fühl ich, wie auf Fitt'gen, bis zum Himmel mich gehoben,
Denn es lehrte mich das Leben, daß man alles kann ertragen!
Und es öffnet gegen alle sich das Herz in reiner Liebe,
Und ich will so gern mit allen dieses Lebens Bann ertragen.
Schließt den Kreis und leert die Flaschen, diese Sommernächte feiernd,
Schlimmre Zeiten werden kommen, die wir auch sodann ertragen.

 


 

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