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August von Platen: Gedichte - Kapitel 28
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
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Sprüche und Bilder

          Altes Holz verbrauch am Herde,
Und das junge wirf in Ofen:
Gib dich ab mit jungen Weibern
Und mit alten Philosophen.

Gute Verse schreib in Bücher,
Schlechte Verse schreib auf Teller,
Offen laß dein Haus für alle,
Doch für Freunde nur den Keller.

Klag nicht, wenn dein Rock zerrissen,
Laß dir machen einen neuen,
Doch begehst du dumme Streiche,
Sollst du mehr tun, als bereuen.

Wenn vom Tau sie herrlich glistert,
Senkt die Ros' ihr Haupt gewaltig:
Stirnen, die Juwelen tragen,
Neigen sich, von Kummer faltig.

Wenn du Frost hast an den Armen,
Mußt du tragen einen Kittel:
Um zu leben mit den Menschen,
Ist Geduld das ein'ge Mittel.

Einem Lahmen, steht er unten,
Ist der Berg unüberwindlich:
Willst du dich bei Großen fördern,
Sei geschmeidig, sei verbindlich.

Wird ein Quell zum tiefen Becken,
Endet all sein Murmelrauschen:
Der Erwachsne soll sich länger
Nicht an Poesie berauschen.

 


 

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