Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
August von Platen: Gedichte - Kapitel 2
Quellenangabe
titleGedichte
authorAugust von Platen
year1968
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000291-5
sendergerd.bouillon@t-online.de
typepoem
modified20170915
Schließen

Navigation:

Die Tulpe

              Andre mögen andre loben,
    Mir behagt dein reich Gewand,
    Durch sein eigen Lied erhoben
    Pflückt dich eines Dichters Hand.

In des Regenbogens sieben
    Farben wardst du eingeweiht,
    Und wir sehen, was wir lieben,
    An dir zu derselben Zeit.

Als mit ihrem Zauberstabe
    Flora dich entstehen ließ,
    Einte sie des Duftes Gabe
    Deinem hellen, bunten Vlies.

Doch die Blumen all, die frohen,
    Standen nun voll Kummers da,
    Als die Erde deinen hohen
    Doppelzauber werden sah.

»Göttin! o zerstör uns wieder,
    Denn wer blickt uns nur noch an?«
    Sprach's die Rose, sprach's der Flieder,
    Sprach's der niedre Thymian.

Flora kam, um auszusaugen
    Deinen Blättern ihren Duft:
    Du erfreust, sie sagt's, die Augen,
    Sie erfreun die trunkne Luft.

 


 

 << Kapitel 1  Kapitel 3 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.