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Gedichte

Friedrich Haug: Gedichte - Kapitel 28
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Haug
modified20170830
typepoem
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Das Räthsel

        Früh saß der Kellner zu Frankfurt
Im Weidenbusch, und las
Aus dicken Räthselbuche:
»Herr Fähnrich, was ist das?

Mein Vater war der Erzeuger,
Die Mutter gebar's an's Licht;
Doch ist es nicht mein Bruder,
Und meine Schwester nicht.« – –

Und wenn ich ein Jahr lang sänne,
Doch blieb' es zu dunkel für mich.
Ich bitte mir's zu lösen.
»Kein Räthsel! Das bin – ich.«

Die Lösung ist ohne Tadel.
Dictire mir's an, mein Sohn!
Die harte Nuß zu knacken,
Ziemt meinem Bataillon.

Kaum saß er im gold'nen Eber
Und aß an der Table d'hôte,
So sprach er mit Stentor-Tönen;
»Ihr Herren, Sakerlot!

Zu meiner Nuß seyd geladen;
Doch knackt sie wohl keiner auf,
Und trieb' er's sieben Jahre.« –
Er wiederholte drauf:

»Mein Vater war der Erzeuger,
Die Mutter gebar's an's Licht;
Doch ist es nicht mein Bruder,
Und meine Schwester nicht.«

Wie hitzig Alle studiren!
Umsonst! Sie errathen's nie! –
Da rief der Oberste freundlich:
Das sind natürlich – Sie.

»O nein! Verzeihen's, Ihr Gnaden!
Sie machten da fausse Couche.
Das ist, wie er selbst mir sagte,
Der Kellner im Weidenbusch.«

 


 

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