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Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 76
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
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1859

        Es sitzen die Schuster, sie sitzen und raten,
Ich meine die höheren Schuster der Staaten,
Die Schuster, die wieder den Gang der Welt
Besorgen, damit sie nicht strauchelt und fällt.
Nicht mein ich Hans Sachsens poetische Innung,
Ich meine die Schuster mit Schustergesinnung,
Das hochwohlgeborne, gebildete Pack,
Die Schuster im diplomatischen Frack.

Sie haben gesessen auf hundert Kongressen,
Zu Morgen, zu Mittag, zu Abend gegessen,
Manierliche Herrchen mit Sternen bespickt,
Die kein Astronom noch am Himmel erblickt,
Und haben die Taschen voll goldener Dosen,
Sind ruhige Leute, die nie sich erbosen,
Sie schnupfen wie Grazien – Gott sei Dank –
Und waschen sich täglich – Die Krallen sind blank.

 


 

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