Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Georg Herwegh >

Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 72
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
Schließen

Navigation:

Kampfprolog im Himmel

Juni 1866

              Ach, wo ist der beßre Mann?
Wo die beßte Sache?
Alles, was ich schauen kann,
Ist ein Tag der Rache.

Wem von ihnen bleibt das Reich?
Frevelhafte Frage!
Beider Taten wiegen gleich
Auf der großen Waage.

Schwarzer Kugel Bleigewicht
In der Schalen eine
Traurig wirft der Blum und spricht:
»Habsburg, das ist deine!«

Neben ihm ein junger Held
Weist die Wundenmale;
Dortüs schwarze Kugel fällt
In die andre Schale.

Um den Schlachtengott im Kreis
Schweben die Walküren:
»Vater, sag, der Siegespreis,
Wem wird er gebühren?«

Sann der Alte hin und her,
Hat den Spruch verkündigt:
»Beide Schächer haben schwer
Sich am Volk versündigt,

Freiburg und Brigittenau!
Rastatt, Arads Galgen!
Zwei Despoten, blond und grau –
Mögen sie sich balgen!

Schwert an Schwert und Schild an Schild
Mögen wild ertönen!
Nur das Recht des Stärkern gilt
Bei den Erdensöhnen.

Doch wenn müde bis zum Tod
Beide sich bestritten –
Über sie auf mein Gebot
Ruft mir dann den Dritten!

Denn ich will in Nacht und Graus
Ihr Geschlecht begraben –«
Sprach es, und zum Leichenschmaus
Rauschen Odins Raben.

 


 

 << Kapitel 71  Kapitel 73 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.