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Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 71
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
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Post festum

September 1872

        Vorüber sind mit ihrer Pracht
Manöver und Parade,
Schloßfreiheitsjubel, Zaubernacht
Und Monstreserenade.

Madai benahm sich sehr geschickt,
Die Polizei war fleißig,
Nur zwanzig Menschen sind erstickt,
Verwundet sind nur dreißig.

Die Herrn sind fort, die Diener auch
Zerstreut in alle Winde;
Sie hinterließen, wie's der Brauch,
Viel Trinkgeld fürs Gesinde.

Ein Hausknecht Bismarcks ward Komtur,
Weiß nicht, von welchem Orden;
Ein goldnes Kalb, wie ich erfuhr,
Ist Reichsbaron geworden.

Laßt uns, ihr Lieben, ungestört
Der Ruhe nun genießen;
Freund Thiers hat noch nicht aufgehört,
Die Roten zu erschießen.

Zwar, daß die Schwarzen man verbannt,
Macht manches Herz beklommen;
Kannst ruhig sein, lieb Vaterland,
Sie werden wiederkommen.

Die Welt ist rund, für jeden Platz
Läßt sich retour bezahlen;
Such für den Winter dir Ersatz
In deinen Liberalen.

 


 

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