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Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 67
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
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Ein neuer Leich vom himmlischen Reich

Februar 1866

Melodie: Als Noah aus dem Kasten war

          Als Mammut noch und Mastodon
Bei uns erfreuten sich der Sonn,
Spazierenging der Elefant
Noch in des Deutschen Vaterland;

Als aus der Schweiz noch nicht gebraust
Der freie Rhein und noch gehaust
Kein Asiate an der Spree,
Trank man schon am Hoangho Tee.

Und wo ihn tranken mehr als drei
Chinesen, kam die Polizei,
Und wo ein Kessel überlief,
Da ging's dem Bürgermeister schief.

Das sind wohl hunderttausend Jahr,
Und alles ist noch, wie es war,
In China, mein ich – deutet nicht
Auf andre Länder dies Gedicht.

Wir sind auf unsre Eichen stolz,
Auch Mecklenburg hat schönes Holz,
Doch überragt uns China weit
In dieser trichinösen Zeit.

Dort ist lackiert des Ochsen Joch,
Dort gibt es kein Verfassungsloch,
Dort schlichtet jeglichen Konflikt
Der Bi-Ba-Bambus sehr geschickt.

Und wenn befiehlt der Potentat,
So schlitzt sich der Geheimerat,
So schlitzet sich – o frommer Brauch! –
Das ganze Tribunal den Bauch.

Der Kaiser hockt auf seinem Thron
Und tituliert sich »Himmelssohn«;
Ich denke, das heißt ungefähr
»Von Gottes Gnaden«, wo nicht mehr.

Wir haben aus dem Fernen Ost
Bekommen mit der letzten Post
Die Rede, die dort im Konzil
Der Kaiser hielt – beim Schattenspiel.

La bourse, sprach er, ou la vie!
Chinesen, zahlt und fragt nicht, wie?
Die Rede las ich eben jetzt.
Graf Bismarck hat sie übersetzt.

 


 

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