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Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 43
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
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Groß

Mai 1872

          »Seid umschlungen, Milliarden!«
Hör ich mit Begeisterung
Singen unsre Einheits-Barden:
Welche Federn! welcher Schwung!
Sah man jemals solche Beute?
Wir verstehen unser Fach,
Ja, ihr Professorenleute,
Wir sind groß, brüllt Auerbach.

Gottesfurcht und fromme Sitte,
Blut und Eisen wirkten gut,
Und vor unserm Reich der Mitte
Zieht Europa stolz den Hut.
Geibel wird ein Epos schreiben;
Einen blinderen Homer
Wüßt ich nirgends auf zutreiben:
Wir sind groß – es freut mich sehr.

Elsaß unser – Dank, ihr Streiter!
Lothringen in deutscher Hand!
Immer länger, immer breiter
Machen wir das Vaterland.
Eine Million Soldaten
Stehen da, wenn Cäsar spricht,
Stramm gedrillt zu Heldentaten:
Wir sind groß – ich leugn es nicht.

Töricht zwar ins Herz geschlossen
Hatt ich einst ein Ideal,
Das zerfetzt nun und zerschossen
Liegt im preußischen Spital.
Doch was kümmern uns die Wunden,
Die der Ruhm der Freiheit schlug!
Mag sie, wie sie kann, gesunden:
Wir sind groß – das ist genug.

 


 

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