Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Georg Herwegh >

Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 35
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
Schließen

Navigation:

Den schwäbischen Freunden

Ostern 1870

Und es ahnet der Knecht nur die Gewaltsamen
Hölderlin

            Noch ging es nicht verloren,
Des edlen Dichters Wort
Tönt, immer neu geboren,
In edlen Herzen fort.

Mir ist, als hör ich jenen,
Wenn ihr so schlicht und recht
Dem schwäbischen Hellenen
Wie aus der Seele sprecht:

»Des kleinen Volkes Lachen
Mag Cäsar immerhin;
Doch schwerer ist's, den Schwachen
Zu beugen ihren Sinn.

Wir gaben und wir gaben
Zu lang schon Blut und Geld,
Als wären nur die Raben
Zu füttern auf dem Feld.

Wir gaben Roß und Reiter
Hinweg von unserm Pflug –
Uns dünkt, es sind der Streiter
Im Herrendienst genug.

Ob sie auf uns in Gnaden,
Ob zornig drohend blickt,
Ob sie, mit Gold beladen,
Uns den Versucher schickt –

Wir rufen ihren Bütteln
Und ihren Vögten halt;
Wir wollen rütteln, rütteln
Am Baume der Gewalt;

Ja rütteln, durch das tolle
Gerassel unbeirrt,
Bis das kanonenvolle
Europa nüchtern wird;

Bis diese Chassepotwunder,
Sadowas Knalleffekt,
Den Hinterladungsplunder
Vergessenheit bedeckt.«

 


 

 << Kapitel 34  Kapitel 36 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.