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Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 18
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
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Bekehrungsstrophen für meine schwäbischen Freunde

Oktober 1866

        Herr Fortschritt blies aus seiner Friedenspfeife
Den dicksten Qualm – allein vergeblich war's,
Vergeblich war Gepolter und Gekeife –
Krieg! rief der Bismarck, Krieg! Lex mihi Mars!

Er hat sein Recht vom Tisch des Herrn genommen
Mit drei- bis viermalhunderttausend Mann;
Der Thron von Nassau hat ein Loch bekommen,
Und der von Sachsen scheint mir nahe dran.

Die Christenscheike kann man leichter zwingen
Als einen Mohrenkönig ungetauft;
Kein schwarzer Freiligrath wird sie besingen,
Wenn man sie je nach Afrika verkauft.

Ihr hattet nichts als euren Alexander
In Babylon – doch nicht aus Philipps Bett,
Das Bundesstaatsschiff war ein schlechter Brander
Und faul bis auf das allerletzte Brett.

Der Teufel wird von Belzebub vertrieben –
Was hilft's, daß man mit Catoworten prunkt?
Ergebt euch drein!
Seid praktisch, meine Lieben;
Germania braucht einen Mittelpunkt.

Und das Gesetz der Schwere, dem Poeten
Zum Trotz, beherrscht Geschichte wie Natur;
Und um die Sonne kreisen die Planeten
Herunter bis zum Schwäbischen Merkur.

Der ganze Tierkreis huldigt – tut desgleichen!
So wird's euch wohl auf dieser Erde gehen!
Der Löwe brüllt vor Freude – doch im Zeichen
Des Krebses bleibt die neue Sonne stehn.

 


 

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