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Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 13
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
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Antwort

1845

        Zu dem Meere, zu dem Meere
Folge mir, Geliebter, nach;
Über ihm steht noch der hehre,
Unentweihte Schöpfungstag.
Uns zum Haupt ein Meer von Sternen,
Unter uns die heil'ge Flut,
Um uns eine Welt von Fernen,
In uns eine Welt von Glut.

Tausend Wellenaugen blinken
Glückberauscht ob unserm Bund,
Und die luft'gen Algen winken
Uns zum stillen Pflanzengrund.
Hör den Riesensturm der Töne,
Oh, wie lieb ich ihn so sehr!
Bild der Jugend, Bild der Schöne,
Ew'ger Anmut Bild, das Meer.

Daß ich dich im Arme hielte
Eine einz'ge kleine Stund,
Deinen warmen Herzschlag fühlte,
Einen Hauch von deinem Mund –
Fürchten wollt ich nicht die Wellen,
Die im Sturm manch Schiff zerschellt.
Sprich, sind wir nicht auch Rebellen
Gegen eine Sklavenwelt?

 


 

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