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Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 12
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
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Antwort an Geibel

Februar 1870

        Wenn von außen der Feind uns droht,
Wohl mit klingenden Saiten
Im gewappneten Aufgebot
Ziemt's dem Dichter zu schreiten.

Eisern wie ein geschwungenes Schwert
Soll sein Hymnus ertönen,
Bis ihm gnädig ein Gott beschert,
Siegerstirnen zu krönen.

Aber wo mit Gewalt und List
Haupt feindselig und Glieder
Sich befehden im innern Zwist,
Da verstummen die Lieder.

Eh sie diente, der Volkspartein
Zwietracht weiter zu tragen,
Lieber wollt ich am nächsten Stein
Meine Harfe zerschlagen.

Geibel            
 
Ach! ein bayrisches Guldenstück
Ist kein preußischer Taler;
Darum folge nur Cäsars Glück,
Nationalliberaler!

Unsere leidigen Volkspartein
Sind dir, Barde, zuwider;
Wenn sich Haupt und Glieder entzwein,
Klagst du, schweigen die Lieder.

Aber wenn sich Gewalt und List
Auf dem Throne verbinden,
Wenn sie traurigen Haß und Zwist
Frech in Deutschland entzünden –

Eisern, wie ein geschwungenes Schwert
Will dein Hymnus ertönen,
Bis uns Narren ein Gott beschert,
Siegerstirnen zu krönen.

Eine Harfe besitzest du, Mann,
Die dir Phöbus erhalte;
Wohl mir, daß ich noch spielen kann
Meine Leier, die alte!

Eh sie diente, von Königgrätz
So zu singen und sagen,
Lieber wollt ich dem Braun und Metz
Um die Köpfe sie schlagen.

 


 

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