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Gedichte

Georg Herwegh: Gedichte - Kapitel 100
Quellenangabe
titleGedichte
authorGeorg Herwegh
typepoem
sendererich.adler@abc.de
created20020619
modified20170830
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Zum eidgenössischen Schützenfest in Zürich

vom 3. bis 12. Juli 1859

            Wetterumzogen brausen die Wogen;
Aber die Sterne, sie sind dir gewogen!
Steure, du Schweizer, im Völkerorkan
Ruhig, wie Tell ihn gesteuert, den Kahn!

Tapfere Schützen werden sie schützen,
Kräftige Stutzen werden sie stützen,
Sichere Hand und sicherer Blick
Werden behüten die Republik.

Einstens vor Schergen tief in den Bergen
Kam sie die heilige Quelle zu bergen.
Trüben sie draußen die Rhone, den Rhein –
Quelle, bleib helle! der Strom wird rein.

Quelle, bleib helle! schneeschimmernde Wälle,
Sendet herunter die läuternde Welle!
Sendet, an ewigem Glanz so reich,
Klarheit hinaus ins verworrene Reich!

Fort mit den kranken, den Todesgedanken!
Heiter den Himmlischen wollen wir danken:
Säulen der Freiheit, ihr stehet noch fest!
Sonne der Freiheit, verkläre dies Fest!

Liebend umschlossen alle die Sprossen
Halte am Stamme der Eidgenossen!
Segne sie alle, die Männer in Wehr,
Die von den Alpen und die vom Meer!

Segne, die ringen und mutig sich schwingen,
Ringende Geister und Herzen mit Schwingen!
Segne das Spiel und den friedlichen Schuß,
Blitzende Sonne des Julius!

Doch wenn die alten, die finstern Gewalten
Kommen, hier oben im Lichte zu walten
Treffer im Himmel, zu unserem Heil
Lenke die Kugel, wie einst den Pfeil!

 


 

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