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Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 86
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
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Frühlingslied

        Ringt um des Jubels Krone!
    Die Sonne ruft zum Strauß
Vom blauen Himmelsraume,
Auch schaut aus jedem Baume
    Der Frühling schon heraus.

Ringt um des Jubels Krone!
    Das Veilchen ist schon da
Und sendet seine Düfte
Verschwendrisch in die Lüfte
    Und würzt sie fern und nah.

Ringt um des Jubels Krone!
    Die Lerche trinkt den Hauch
Und schmettert ihre Lieder
In frohem Dank hernieder
    Und weckt den Menschen auch.

Ringt um des Jubels Krone!
    Das Mägdlein, das ihr lauscht,
Erglüht im tiefsten Herzen
Und fühlt die süßen Schmerzen,
    Die sie noch nie berauscht.

Ringt um des Jubels Krone!
    Der Jüngling ahnt sein Glück,
Und als er ihr mit Beben
Den ersten Kuß gegeben,
    Gibt sie ihn bald zurück.

Ringt um des Jubels Krone!
    Ihr seht, daß jeder Lust
Ein Funke sich verbündet,
An dem sie weiter zündet
    In einer fremden Brust.

Ringt um des Jubels Krone!
    Dies ist das Weltgebot.
Die trunkenste der Seelen
Wird Gott sich selbst vermählen
    Durch sel'gen Freudentod.

 


 

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