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Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 5
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
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Erleuchtung

        In unermeßlich tiefen Stunden
    Hast du, in ahnungsvollem Schmerz,
Den Geist des Weltalls nie empfunden,
    Der niederflammte in dein Herz?

Jedwedes Dasein zu ergänzen
    Durch ein Gefühl, das ihn umfaßt,
Schließt er sich in die engen Grenzen
    Der Sterblichkeit als reichster Gast.

Da tust du in die dunkeln Risse
    Des Unerforschten einen Blick
Und nimmst in deine Finsternisse
    Ein leuchtend Bild der Welt zurück;

Du trinkst das allgemeinste Leben,
    Nicht mehr den Tropfen, der dir floß,
Und ins Unendliche verschweben
    Kann leicht, wer es im Ich genoß.

 


 

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