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Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 494
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
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        Eine Biene versucht das Mädchen ängstlich zu scheuchen,
    Die sich ins Zimmer zu ihr summend und brummend verirrt.
Eifrig schwingt sie das Tuch und treibt sie durchs offene Fenster,
    Aber was hift's ihr, sie kehrt, eh' sie noch riegelt, zurück.
Siehe, da wandelt der Jüngling vorüber, der nimmer bis heute
    Auch den Gruß nur gewagt, doch er erlöst sie vom Feind,
Denn er trägt in der Hand die blühenden Zweige der Linde,
    Und, vom Dufte gereizt, setzt sich das Tierchen darauf.
Freundlich nickt ihm das Mädchen, er dankt errötend und blöde,
    Und sein verspäteter Blick trifft nur noch Rücken und Hals.
Aber der Rosenstock, der die lüsterne Biene so lockte,
    Trägt noch Knospen, da sitzt er schon dahinter mit ihr!

 


 

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