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Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 429
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
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Auf ein sehr schönes junge Mädchen

      Wohl lächelt mir dein roter Mund,
    Wohl reizt mich deine Huldgestalt,
Doch such' ich nicht mit dir den Bund,
    Denn du bist jung und ich bin alt.

Dir würde ein Antinous,
    Der aller Götter Liebling ist,
Noch zagen unterm ersten Kuß,
    Ob er sich nicht zu viel vermißt.

Kein Mädchenauge schloß der Tod,
    Du erbtest seinen reinsten Blitz,
Und deiner Wangen sanftes Rot
    Ist jedes Lächelns holder Sitz.

Wie wagt' ich's wohl, mich dir zu nahn,
    Der zürnenden Natur zum Hohn,
Du stehst im Anfang deiner Bahn,
    Ich seh' das dunkle Ende schon.

Wär' ich ein König, baut' ich dir,
    Das schönste Haus mit Turm und Wall
Und setzte dich hinein zur Zier,
    Wie eine Ros' in den Kristall.

Doch, da ich nur ein Dichter bin,
    Mit leichtem Kranz und Pilgerstab,
So segn' ich dich in frommem Sinn
    Und wende mich für ewig ab.

Nun stehst du in der Engel Hut,
    Bis einst die Liebe Wache hält,
Denn sie beschirmen Dichtergut,
    Bis es in reine Hände fällt.

 


 

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