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Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 345
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
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Letzter Wunsch

            Mancherlei Wünsche hatt' ich und mancherlei hab' ich fürs Leben,
    Einen einzigen nur spar' ich mir auf für den Tod:
Daß sich in Flammen mein Geist entbinden möge, noch glühend
    Von dem letzten Gedicht, daß sich in Flammen mein Leib
Wandeln dürfe in Asche, bevor noch völlig das Antlitz
    Sich zur Larve verstellt, das der Geliebten gefiel!
Jenes geb' ich den Göttern anheim und dieses den Freunden,
    Die es wissen, wie sehr stets vor Gewürm ich gebebt;
Mögen sie still mir den Holzstoß errichten und rasch ihn entzünden,
    Ein gefälliger Wind bläset wohl freundlich hinein!

 


 

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