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Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 27
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
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Scheidelieder

1

          Kein Lebewohl, kein banges Scheiden!
    Viel lieber ein Geschiedensein!
Ertragen kann ich jedes Leiden,
    Doch trinken kann ich's nicht, wie Wein.

Wir saßen gestern noch beisammen,
    Von Trennung wußt' ich selbst noch kaum!
Das Herz trieb seine alten Flammen,
    Die Seele spann den alten Traum.

Dann rasch ein Kuß vom lieben Munde,
    Nicht schmerzgekränkt, nicht angstverkürzt!
Das nenn ich eine Abschiedsstunde,
    Die leere Ewigkeiten würzt.

 
2

            Das ist ein eitles Wähnen!
    Sei nicht so feig, mein Herz!
Gib redlich Tränen um Tränen,
    Nimm tapfer Schmerz um Schmerz!

Ich will dich weinen sehen,
    Zum ersten und letzten Mal!
Will selbst nicht widerstehen,
    Da löscht sich Qual in Qual!

In diesem bittren Leiden
    Hab ich nur darum Mut,
Nur darum Kraft zum Scheiden,
    Weil es so weh uns tut.

 


 

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