Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 170
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
Schließen

Navigation:

An den Künstler

        Ob du auch bilden magst, was unvergänglich
    Durch alle Zeiten wandeln soll und glänzen,
    Doch wird dich die, in der du lebst, nicht kränzen,
Sie wird dir trotzen, stumpf und unempfänglich.

Die Menschheit, schon an sich so unzulänglich,
    Kann sich in ihren enggesteckten Grenzen
    Nicht einmal aus dem Zauberquell ergänzen,
Der aus ihr selbst hervorbricht, überschwänglich.

Beklage es, doch einzig ihrethalben,
    Die mit dem Nicht-Genießen dies Verkennen
        Zu teuer büßt, und nimmer deinetwegen;

Denn, wollte sie dich gleich zum König salben,
    So würden dich die Zweifel nicht mehr brennen,
        Durch die du zahlst für aller Götter Segen.


Ein zweites.

        Und ob mich diese Zweifel brennen müssen?
    So rufst du aus und möchtest es verneinen,
    Auch mag der Frost dir unerträglich scheinen,
Der oft dich schüttelt bei der Muse Küssen.

Doch sprich: wenn deinen schöpfrischen Ergüssen,
    In denen alle Wonnen sich vereinen,
    Die Schmerzen fehlten, stünden nicht mit Weinen
Die Brüder fern so einzigen Genüssen?

Drum nimm sie hin, die Ungerechtigkeiten
    Der Welt, die dir die Lust des Daseins trüben
        Und bittern Zwiespalt in dir selbst erwecken.

Sie sind bestimmt, von Anbeginn der Zeiten,
    Die höhere Gerechtigkeit zu üben
        Und einen Zwiespalt größrer Art zu decken.

 


 

 << Kapitel 169  Kapitel 171 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.