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Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 148
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
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Das Mädchen nachts vorm Spiegel

        Vorm Spiegel steht sie, die schöne Maid,
Bei nächtlicher Zeit,
    Und spricht in magdlichem Scherze,

Indem sie den eigenen Reiz beschaut:
Wann werd' ich Braut? –
    Auf einmal erlischt da die Kerze.

Und als nun die Nacht ihr Bild verschluckt,
Da wird sie durchzuckt
    Von einem ahnenden Schmerze,

Ihr ist, als ob ihr der finstre Tod
Den Arm jetzt bot
    Und Gott befiehlt sich ihr Herze.

 


 

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