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Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 145
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
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Sommerreise

An ein Mädchen.

        Dein Haus, im Waldgehege,
    Stand auf dem Hügel drei;
Ich, auf gewundnem Stege,
    Zog hart daran vorbei.
Du gabst mit treuer Miene
    Mir meinen Gruß zurück,
Die wallende Gardine
    Entzog dich dann dem Blick.

Nun hat das reichen Leben,
    Das ringsum sich ergießt,
In deinem stillen Weben
    Den Punkt, in dem es schließt:
Du wirst die Beere pflücken,
    Die dort zur Reife drängt,
Dich wird die Rose schmücken,
    Die hier im Grünen hängt.

Und danke ich der Quelle,
    Die mir den Trunk gebracht,
Dank' ich so mancher Stelle
    Voll kühler Waldesnacht,
Dank' ich der Sonne willig
    Ihr herzerfreuend Licht,
So dank' ich dir auch billig
    Dein süßes Angesicht.

 


 

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