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Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 141
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
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Unterm Baum

            Unterm Baum im Sonnenstrahle
    Liegt ein rotes, träges Kind,
Schläft so lange, bis zum Mahle
    Früchte abgefallen sind.

Einer hängt der schweren Äste
    Fast herab auf sein Gesicht,
Beut ihm still der Früchte beste,
    Doch sie pflücken mag es nicht.

Flink vom fernen Bergesgipfel
    Eilt der Mittagswind daher,
Schüttelt leise, und vom Wipfel
    Fällt es, gelb, wie Gold, und schwer.

Daß das Bübchen, nun die Spende
    Aus dem Grase winkt, erwacht,
Setzt auf eine seiner Hände
    Sich die kleinste Mücke sacht.

 


 

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