Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Christian Friedrich Hebbel: Gedichte - Kapitel 113
Quellenangabe
titleGedichte
authorFriedrich Hebbel
modified20170830
typepoem
Schließen

Navigation:

Nächtlicher Gruß

An meine Freunde.

            In dieser dunklen Stunde
    Der rings ergossnen Nacht
Hab' ich bei euch die Runde
    Zu Gruß und Kuß gemacht.
In eines jeden Hause
    Sprach ich getreulich vor,
Bis in des letzten Klause
    Mein Geist sich ganz verlor.

Nun seid ihr längst versunken
    In Schlaf und tiefen Traum,
Und schwingt euch ahnungstrunken
    Hoch über Zeit und Raum.
Leicht glaubt ihr zu erstreben,
    Was nie die Erde bot,
Und habt so doppelt Leben
    Für einen halben Tod.

Ich aber habe leise
    Der Pforte mich genaht,
Die in die ew'gen Kreise
    Euch aufgetan den Pfad,
Und all die stumme Trauer,
    Die mir das Herz noch schwellt,
Umschwebt als letzter Schauer
    Euch kalt aus dieser Welt.

 


 

 << Kapitel 112  Kapitel 114 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.