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Gedichte

Heinrich Heine: Gedichte - Kapitel 451
Quellenangabe
titleGedichte
authorHeinrich Heine
modified20170830
typepoem
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Der Wanzerich

              Das Ungeziefer jeden Lands,
Es bildet eine heilge Allianz;
Zumal die musikalischen Wanzen,
Die Komponisten von schlechten Romanzen,
(Welche, wie Schlesingers Uhr, nicht gehn),
Allüberall im Bündnis stehn.
Da ist der Mozart der Krätze in Wien,
Die Perle ästhetischer Pfänderleiher,
Der intrigiert mit dem Lorbeer-Meyer,
Dem großen Maestro in Berlin.
Da werden Artikelchen ausgeheckt,
Die eine Blattlaus, ein Mitinsekt,
Für bares Geld in die Presse schmuggelt –
Das lügt und kriecht und katzenbuckelt,
Und hat dabei die Melancholik.
Das Publikum glaubt oft der Lüge,
Aus Mitleid: es sind so leidend die Züge
Der Heuchler und ihr Dulderblick –
Was willst du tun in solchen Nöten?
Du mußt die Verleumdung ruhig ertragen,
Du darfst nicht reden, du darfst nicht klagen:
Willst du das schnöde Geschmeiß zertreten,
Verstänkert es dir die Luft, die süße,
Und schmutzig würden deine Füße.
Das beste ist schweigen – Ein andermal
Erklär ich euch der Fabel Moral.

 


 

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