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Gedichte

Heinrich Heine: Gedichte - Kapitel 24
Quellenangabe
titleGedichte
authorHeinrich Heine
modified20170830
typepoem
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Aucassin und Nicolette
oder: Die Liebe aus der guten alten Zeit

[An J. F. Koreff]

        Hast einen bunten Teppich ausgebreitet,
Worauf gestickt sind leuchtende Figuren.
Es ist der Kampf feindseliger Naturen,
Der halbe Mond, der mit dem Kreuze streitet.

Trompetentusch! Die Schlacht wird vorbereitet;
Im Kerker schmachten, die sich Treue schwuren;
Schalmeien klingen auf Provencer Fluren;
Auf dem Bazar Karthagos Sultan schreitet.

Freundlich ergötzt die bunte Herrlichkeit:
Wir irren, wie in märchenhafter Wildnis,
Bis Lieb und Licht besiegen Haß und Nacht.

Du, Meister, kanntest der Kontraste Macht,
Und gabst in schlechter, neuer Zeit das Bildnis
Von Liebe aus der alten, guten Zeit!

Berlin, den 27. Februar 1827

 


 

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