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Gedichte

Gustav Falke: Gedichte - Kapitel 58
Quellenangabe
titleGedichte
authorGustav Falke
modified20170815
typepoem
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Begegnung

        Ich ging im Feld. Die Drossel schlug.
Ein lindes weiches Wehen trug
Von einem wilden Apfelbaum
Ein Blütenblatt, einen Frühlingsflaum.
Da kam aus Osten, hügelab,
Trug keinen Hut und keinen Stab
Und führte keinen Ranzen mit,
Der Tag im leichten Wanderschritt.

Auf seine helle Stirne fiel
Ein frei Gelock, des Windes Spiel.
Kein Kleid umgab der Glieder Pracht,
Nackt schritt er, wie ihn Gott erdacht.
Nur eine Sonnenblume hielt
Er in der Linken. Hochgestielt,
Der goldne Sternkelch scheitelnah
Ihm schwankend über die Schulter sah.

So ging er strahlend gradeaus,
Und über ihm zog mit Gebraus
Ein Schwarm von weißen Schwänen mit.
Er wuchs, wie er das Feld durchschritt,
Und stand zuletzt am Horizont,
Ein Riese, flammend übersonnt.
Um ihn, wie lichte Wölkchen sahn
Die Vögel aus, Schwan neben Schwan.
Und aus dem weißen Glitzermeer
Grüßte die gelbe Blume her.

 


 

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