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Gedichte

Paul Fleming: Gedichte - Kapitel 58
Quellenangabe
titleGedichte
authorPaul Fleming
modified20170815
typepoem
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Als der Kunstreiche Johann Rudolff Stadeler
aus der Schweitz / auf dem Meydan zu Ispahan
in Persien jämmerlich nieder-
gesebelt ward.

          Dein tapffrer Christenmuth / du werther Schweitzer du /
ist ewig lobens werth: Denn da du kuntest leben /
Hast du dich willig hin in deinen Todt gegeben.
Was deinen Leib bringt ümb / das ist ein kurtzes nu.
    Die Seele flog darvon. Ihr kam kein Sebel zu.
Nun siehst du ümm dich her die Serafinnen schweben /
schaust auff diß grosse Nichts / ümm welches wier so streben /
Lachst deine Mörder aus / und jauchtzest in der Ruh.
    Hier ist dein Märter Krantz / du redlicher / du treuer /
den nim mit in dein Grab. Wir wollen deinen Preiß
durch die erlößte Welt bey allen machen teuer /
    Dein Vaterland sol seyn der Erden weiter Kreyß.
Wer so / wie du / verdirbt / der bleibet unverdorben;
Lebt / wenn er nicht mehr lebt / und stirbet ungestorben.

 


 

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