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Gedichte

Paul Fleming: Gedichte - Kapitel 48
Quellenangabe
titleGedichte
authorPaul Fleming
modified20170815
typepoem
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          Als Echo ward zu einem Schalle /
zu einer unbeleibten Lufft /
die durch das Thal mit halbem halle /
die / so sie ruffen wiederrufft /
da ward der hole Wald voll Klage /
das feige Wild stund als bethört /
die Nymfen rufften Nacht und Tage /
wo bist du / Lust / die man nur hört.

    Narzissus / dir ist recht geschehen /
vor sahst du sie / und woltst sie nicht.
Itzt wilt du / die du nicht kanst sehen /
und hörst nur / was sie dir nach spricht.
Der Brunnen der dich dich ließ schauen /
der straffte deinen stoltzen Muth /
daß nun nicht eine von den Frauen
dir biß auff diesen Tag ist gut.

    Nicht / nicht so ist mein Sinn gesinnet /
bey mir ist alles ümmgewandt.
Ich liebe / die mir böses gönnet.
Ich folge der / die nicht hält standt.
Ich lauff' / ich ruff' / ich bitt' / ich weine.
Sie weicht / und schweigt / und stellt sich taub.
Sie leugnets und ists doch alleine /
die mir mein Hertze nimmt in Raub.

    Ach Freundin / scheu der Götter-rache.
Daß du dir nicht zu sehr gefällst /
daß Amor nicht einst deiner lache /
den du itzt höhnst / und spöttlich hälst.
Daß / weil du nichts von mir wilst wissen
ich nicht mit Echo lasse mich /
und du denn müssest mit Narzissen
selbst lieben / und doch hassen dich.

 


 

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