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Gedichte

Paul Fleming: Gedichte - Kapitel 39
Quellenangabe
titleGedichte
authorPaul Fleming
modified20170815
typepoem
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            Muß sie gleich sich itzund stellen /
als wer' ich ihr unbekant;
meynt drüm nicht / ihr Mittgesellen /
daß ihr Sinn sey ümmgewand.
Ihre Treu' in unsrem Handel
die weiß gantz von keinem Wandel.

    Amor liebet solche Hertzen /
die deß Mundes Meister seyn /
die bey trauren können schertzen /
und erfreuet seyn in Pein.
Wer will Haßfrey seyn im lieben
der muß sich im Bergen üben.

    Also wenig sie sich hassen /
und nicht selber sie seyn mag /
also wenig wird sie lassen /
den / der sie zu seyn stets pflag.
Eins / das sich dem andern giebet /
liebt es / wie sichs selten liebet.

    Dennoch hat sie mich im Sinne /
hat sie mich im Auge nicht.
Nicht ists aussen / sondern drinne /
was mir ihre Gunst verspricht.
Müssen schon die Lippen schweigen;
Sie denckt doch: der bleibt mein eigen.

    Recht so / Schwester. Laß nicht mercken /
was dich heimlich labt und kränckt.
Man verräth sich mit den Wercken /
der bleibt sicher / der viel denckt.
Laß sie sagen / was sie wollen /
wir nur wissen / was wir sollen.

    Sey dir ähnlich / und verbleibe /
die du vor warst / und noch bist.
Und denck nicht / weil ich nichts schreibe /
daß mein dencken dich vergißt.
So gedenck' ich stetigs deiner /
daß ich auch vergesse meiner.

 


 

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