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Gedichte

Paul Fleming: Gedichte - Kapitel 30
Quellenangabe
titleGedichte
authorPaul Fleming
modified20170815
typepoem
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Wie er wollte geküßet sein.

        Nirgends hin als auf den Mund:
Da sinkt's in des Herzens Grund;
Nicht zu frei, nichit zu gezwungen,
Nicht mit gar zu fauler Zungen.

    Nicht zu wenig, nicht zu viel:
Beides wird sonst Kinderspiel.
Nicht zu laut und nicht zu leise:
Bei der Maß ist rechte Weise.

    Nicht zu nahe, nicht zu weit:
Dies macht Kummer, jenes Leid.
Nicht zu trucken, nicht zu feuchte,
Wie Adonis Venus reichte.

    Nicht zu harte, nicht zu weich,
Bald zugleich, bald nicht zugleich.
Nicht zu langsam, nicht zu schnelle,
Nicht ohn Unterscheid der Stelle.

    Halb gebissen, halb gehaucht,
Halb die Lippen eingetaucht,
Nicht ohn Unterscheid der Zeiten,
Mehr alleine denn bei Leuten.

    Küsse nun ein jedermann,
Wie er weiß, will, soll und kann!
Ich nur und die Liebste wissen,
Wie wir uns recht sollen küssen.

 


 

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