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Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte - Kapitel 482
Quellenangabe
titleGedichte
authorJohann Wolfgang von Goethe
typepoem
created20170703
correctorgerd.bouillon@t-online.de
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Etymologie.

(Spricht Mephistopheles.)

                          Ars Ares wird der Kriegesgott genannt,
Ars heißt die Kunst und . . . . ist auch bekannt.
Welch ein Geheimniß liegt in diesen Wundertönen!
Die Sprache bleibt ein reiner Himmelshauch,
Empfunden nur von stillen Erdensöhnen;
Fest liegt der Grund, bequem ist der Gebrauch,
Und wo man wohnt, da muß man sich gewöhnen.
Wer fühlend spricht, beschwätzt nur sich allein!
Wie anders, wenn der Glocke Bimbam bammelt,
Drängt Alles zur Versammlung sich hinein.
Von Können kommt die Kunst, die Schönheit kommt vom Schein
So wird erst nach und nach die Sprache fest gerammelt,
Und was ein Volk zusammen sich gestammelt,
Muß ewiges Gesetz für Herz und Seele sein.

            Ein ewiges Kochen statt fröhlichem Schmaus,
Was soll denn das Zählen, das Wägen, das Grollen?
Bei allem dem kommt nichts heraus,
Als daß wir keine Hexameter machen sollen;
Und sollen uns patriotisch fügen,
An Knittelversen uns zu begnügen.

 


 

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