Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte - Kapitel 391
Quellenangabe
titleGedichte
authorJohann Wolfgang von Goethe
typepoem
created20170703
correctorgerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

Valet.

        Sonst war ich Freund von Narren,
Ich rief sie in's Haus herein;
Brachte Jeder seinen Sparren,
Wollten Zimmermeister sein.
Wollten mir das Dach abtragen,
Ein andres setzen hinauf,
Sie legten das Holz zu Schragen
Und nahmen's wieder auf.

Und rannten hin und wieder,
Und stießen einander an:
Das fuhr mir in die Glieder,
Daß ich den Frost gewann.
Ich sagt': Hinaus, ihr Narren! –
Sie ärgerten sich drob;
Nahm Jeder seinen Sparren,
Der Abschied, der war grob.

Daher bin ich belehret,
Ich sitze nun an der Thür';
Wenn Einer sich zu mir kehret,
Geh, ruf' ich, für und für!
Du bist ein Narr, so gräulich! –
Da macht er ein flämisch Gesicht:
»Du Hausherr! wie abscheulich!
Was giebst dir für ein Gewicht!
Wir faseln ja durch die Straßen,
Wir jubeln auf dem Markt,
Wird Einer, wegen Unmaßen,
Gar selten angequarkt.
Du sollst uns gar Nichts heißen!«


Nun endet meine Qual!
Denn gehn sie vor die Thüre,
Es ist besser als in den Saal.

 


 

 << Kapitel 390  Kapitel 392 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.