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Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte - Kapitel 383
Quellenangabe
titleGedichte
authorJohann Wolfgang von Goethe
typepoem
created20170703
correctorgerd.bouillon@t-online.de
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Drohende Zeichen.

          Tritt in recht vollem, klaren Schein
Frau Venus am Abendhimmel herein,
Oder daß blutroth ein Komet
Gar ruthengleich durch Sterne steht;
Der Philister springt zur Thüre heraus!
Der Stern steht über meinem Haus!
O weh! das ist mir zu verfänglich!
Da ruft er seinem Nachbar bänglich:
Ach seht, was mir ein Zeichen dräut!
Das gilt fürwahr uns arme Leut'!
Meine Mutter liegt am bösen Keuch,
Mein Kind am Wind und schwerer Seuch',
Meine Frau, fürcht' ich, will auch erkranken,
Sie thät schon seit acht Tag nicht zanken;
Und andre Dinge nach Bericht!
Ich fürcht', es kommt das jüngste Gericht.

Der Nachbar spricht: Ihr habt wohl recht,
Es geht uns diesmal Allen schlecht.
Doch laßt uns ein paar Gassen gehen,
Da seht ihr, wie die Sterne stehen:
Sie deuten hier, sie deuten dort.
Bleibe Jeder weislich an seinem Ort,
Und thue das Beste, was er kann,
Und leide wie ein andrer Mann.

 


 

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