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Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte - Kapitel 366
Quellenangabe
titleGedichte
authorJohann Wolfgang von Goethe
typepoem
created20170703
correctorgerd.bouillon@t-online.de
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Krittler.

        Ein unverschämter Naseweis,
Der, was er durch Stahlarbeitersfleiß
Auf dem Laden künstlich liegen sah,
Dacht', es wär' für ihn alleine da:
So tatscht' er dem geduldigen Mann
Die blanken Waaren sämmtlich an
Und schätzte sie, nach Dünkelsrecht,
Das Schlechte hoch, das Gute schlecht,
Getrost, zufried'nen Angesichts;
Dann ging er weg und kaufte Nichts.

Den Kramer das zuletzt verdroß,
Und macht ein stählern künstlich Schloß
Zur rechten Stunde glühend heiß.
Da ruft gleich unser Naseweis:
»Wer wird so schlechte Waare kaufen!
Der Stahl ist schändlich angelaufen.«
Und tappt auch gleich recht läppisch drein
Und fängt erbärmlich an zu schrein.
Der Kramer fragt: Was ist denn das?
Der Quidam schreit: »Ein frostiger Spaß!«

 


 

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