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Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte - Kapitel 253
Quellenangabe
titleGedichte
authorJohann Wolfgang von Goethe
typepoem
created20170703
correctorgerd.bouillon@t-online.de
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Dem aufgehenden Vollmonde

Dornburg, den 25. Aug. 1828.

                  Willst du mich sogleich verlassen?
Warst im Augenblick so nah!
Dich umfinstern Wolkenmassen
Und nun bist du gar nicht da.

Doch du fühlst, wie ich betrübt bin,
Blickt dein Rand herauf als Stern!
Zeugest mir, daß ich geliebt bin,
Sei das Liebchen noch so fern.

So hinan denn! hell und heller,
Reiner Bahn, in voller Pracht!
Schlägt mein Herz auch schmerzlich schneller,
Überselig ist die Nacht.

Dornburg, im Sept. 1828.

Früh, wenn Thal, Gebirg und Garten
Nebelschleiern sich enthüllen,
Und dem sehnlichsten Erwwarten
Blumenkelche bunt sich füllen;

Wenn der Aether, Wolken tragend
Mit dem klaren tage streitet,
Und ein Ostwind, sie verjagend,
Blaue Sonnenbahn bereitet:

Dankst du dann, am Blick dich weidend,
Reiner Brust der Großen, Holden,
Wird die Sonne, rötlich scheidend,
Rings den Horizont vergolden.

Und wenn mich am Tag die Ferne
Blauer Berge sehnlich zieht,
Nachts das Uebermaaß der Sterne
Prächtig mir zu Häupten glüht,

Alle Tag' und alle Nächtea
RühmÄ ich so des Menschen Loos;
Denkt er ewig sich in's Rechte,
Ist er ewig schön und groß!

 


 

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