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Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte - Kapitel 252
Quellenangabe
titleGedichte
authorJohann Wolfgang von Goethe
typepoem
created20170703
correctorgerd.bouillon@t-online.de
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Aus einem Stammbuch von 1604.

      Hoffnung beschwingt Gedanken, Liebe Hoffnung.
In klarster Nacht hinauf zu Cynthien, Liebe!
Und sprich: Wie sie sich oben umgestaltet,
So auf der Erde schwindet, wächs't mein Glück.
Und wispere sanftbescheiden ihr an's Ohr,
Wie Zweifel oft das Haupt hing, Treue thränte.
Und ihr Gedanken, mißzutraun geneigt,
Beschilt euch die Geliebte dessenthalb,
So sagt: ihr wechselt zwar, doch ändert nicht,
Wie sie dieselbe bleibt und immer wechselt.
Untrauen tritt in's Herz, vergiftet's nicht;
Denn Lieb' ist süßer, von Verdacht gewürzt.
Wenn sie verdrießlich dann das Aug' umwölkt,
Des Himmels Kläre widerwärtig schwärzt,
Dann Seufzerwinde scheucht die Wolken weg,
Thränt nieder sie in Regen aufzulösen.
Gedanke, Hoffnung, Liebe bleibt nur dort,
Bis Cynthia scheint, wie sie mir sonst gethan.

 


 

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