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Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte - Kapitel 177
Quellenangabe
titleGedichte
authorJohann Wolfgang von Goethe
typepoem
created20170703
correctorgerd.bouillon@t-online.de
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Der Chinese in Rom.

        Einen Chinesen sah ich in Rom; die gesammten Gebäude
    Alter und neuerer Zeit schienen ihm lästig und schwer.
Ach! so seufzt' er, die Armen! ich hoffe, sie sollen begreifen,
    Wie erst Säulchen von Holz tragen des Daches Gezelt,
Daß an Latten und Pappen, Geschnitz und bunter Vergoldung
    Sich des gebildeten Aug's feinerer Sinn nur erfreut.
Siehe, da glaubt' ich, im Bilde, so manchen Schwärmer zu schauen,
    Der sein luftig Gespinnst mit der soliden Natur
Ewigem Teppich vergleicht, den echten, reinen Gesunden
    Krank nennt, daß ja nur er heiße, der Kranke, gesund.

 


 

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