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Gottfried Keller: Gedichte - Kapitel 22
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorGottfried Keller
senderh.guhl@bluewin.ch
created1999
modified20170529
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Auf Maler Distelis Tod

     

Sie haben Ruh', die Kutten braun und schwarz,
Die Fledermäuse, Raben, Eulenköpfe,
Spiessbürger alle mit und ohne Zöpfe,
Und was da klebt im zähen Pech und Harz!

Er hat sie drangsaliert und liess sie tanzen,
Die faulen Bäuche, wie die krummen Rücken,
Die dicken Käfer und die dünnen Mücken,
Die Maulwurfsgrillen und die Flöh' und Wanzen!

Schaut her, ihr draussen, denen im Genick
Der Adler und der Geier Fänge lasten,
Schaut dies Gewimmel ohne Ruh' und Rasten,
Den Bodensatz in einer Republik!

Solch einen Sabbat wohlgemut zu schildern,
Braucht es fürwahr ein unerschrocknes Blut!
Nun warf er hin den Stift, nahm Stock und Hut,
Und fluchend steht das Volk vor seinen Bildern.

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