Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gottfried Keller: Gedichte - Kapitel 146
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorGottfried Keller
senderh.guhl@bluewin.ch
created1999
modified20170529
Schließen

Navigation:

Rhein- und Nachbarlieder

Am Vorderrhein

       

Wie ahnungsvoll er ausgezogen,
Der junge Held, aus Kluft und Stein!
Wie hat er durstig eingesogen
Die Milch des Berges, frisch und rein!
Nun wallt der Hirtensohn hernieder,
Hin in mein zweites Heimatland:
O grüss mir all die deutschen Brüder,
Die herrlichen, längs deinem Strand!

So grüss auch all die deutschen Frauen
Und lerne ritterlichen Brauch;
Und wenn du wirst die Dome schauen,
Die krausen Käuze, grüss sie auch!
Sonst wüsst' ich niemand just zu grüssen,
Vielleicht die schlimme Lorelei
Und deiner Reben freudig Spriessen –
Den Vierzigen geh still vorbei!

Es taucht ein Aar ins Wolkenlose
Hoch über mir im Sonnenschein;
Ich werfe eine Alpenrose
Tief unten in den wilden Rhein:
Führ' nieder sie, führ' sie zu Tale,
Und eh' du trittst zum Meerestor,
Den Vettern halt, im Eichensaale,
Den harrenden, dies Zeichen vor!

Via mala!

       

Wie einst die Tochter Pharaos
Im grünen Schilf des Niles ging,
Des Auge hell, verwundrungsgross
An ihren dunkeln Augen hing;
Wie sie ihr Haupt, das goldumreifte,
Sehnsüchtig leicht flutüber bog,
Um ihren Fuss das Wasser schweifte
Und silberne Ringe zog:

So seh' ich dich, du träumrisch Kind,
Am abendlichen Rheine stehn,
Wo seine schönsten Borde sind
Und seine grünsten Wellen gehn.
Schwarz sind dein Aug' und deine Haare,
Und deine Magd, die Sonne, flicht
Darüber eine wunderbare
Krone von Abendlicht.

Ich aber wandle im Gestein
Und wolkenhoch auf schmalem Steg,
Im Abgrund schäumt der weisse Rhein
Und via mala heisst mein Weg!
Dir gilt das Tosen in den Klüften,
Nach dir schreit dieses Tannenwehn,
Bis hoch aus kalten Eiseslüften
Die Wasser jenseits niedergehn!

Gegenüber

           

Da rauscht das grüne Wogenband
Des Rheines Wald und Au entlang:
Jenseits mein lieb Badenserland,
Und hier schon Schweizerfelsenhang.

Da zieht er hin, aus tiefer Brust
Mit langsam stolzem Odemzug,
Und über ihm spielt Sonnenlust
Und Eichenrauschen, Falkenflug.

Kein Schloss, kein Dom ist in der Näh',
Nur Wälder schauen in die Flut!
Von Deutschland schwimmt ein fliehend Reh
Herüber, wo es auch nicht ruht.

Und in der Stromeseinsamkeit
Vergess' ich all den alten Span,
Versenke den verjährten Streit
Und hebe hell zu singen an:

»Wohl mir, dass ich dich endlich fand,
Du stiller Ort am alten Rhein,
Wo ungestört und ungekannt
Ich Schweizer darf und Deutscher sein!

Wo ich hinüber rufen mag,
Was freudig mir das Herz bewegt,
Und wo der klare Wellenschlag
Den Widerhall zurück mir trägt!

O steigt zum Himmel, Lied und Wort!
Schwebt jubelnd ob dem tiefen Rhein!
Hier ist ein stiller Freiheitsport
Und hier wie dorten schweigt der Hain!«

Da raschelt's drüben, und der Scherg,
Zweifärbig, reckt das Ohr herein –
Ich fliehe rasch hinan den Berg,
Ade, du stiller Ort am Rhein!

Vier Jahreszeiten

         

Und wieder grünt der schöne Mai,
O dreimal selige Zeit!
Wie flog die Schwalbe froh herbei,
Als ob ich mitgeflogen sei,
War mir das Herz so weit!

O linde Luft im fremden Land,
Auf Bergen und Gefild!
Wie reizend fand ich diesen Strand,
Allwo mein suchend Auge fand
Ihr leichthinwandelnd Bild!

Ich sah des Sommers helle Glut
Empörtes Land durchziehn;
Sie stritten um das höchste Gut,
Geschlagen muss das freiste Blut
Aus hundert Wunden fliehn.

Kaum hört' ich in verliebter Ruh
Der schwülen Stürme Wehn;
Ich wandte mich den Blumen zu
Und sprach: »Vielleicht, mein Herz, wirst du
Ein andres Herz erstehn!«

Die Traube schwoll so frisch und blank
Und ich nahm beiderlei:
Mit ihrem Gruss den jungen Trank –
Und als die letzte Traube sank,
Da war der Traum vorbei.

Doch jene, die zur Sommerszeit
Der Freiheit nachgejagt,
Sie schwanden mit der Schwalbe weit,
Sie liegen im Friedhof eingeschneit,
Wo trüb der Nachtwind klagt.

An Frau Ida Freiligrath, Albumblatt von 1846

       

So ist es doch betrübt zu klagen,
Wenn deutsche Mütter den Rhein hinab,
Hinab und über des Meeres Grab
Die zarten Wickelkindlein tragen
Nach freier Länder Gestaden hin,
Indes die Männer auf weiten Wegen,
Getrennt, bekümmert zum Ziele fliehn!
Ich streue meinen leichten Segen,
Fast trauernd, in dein Frauenherz;
Fahr glücklich denn rheinniederwärts
Und finde Leut' in allen Reichen,
Die gute Milch dem Kindlein reichen,
Und auf den Schiffen, wenn es schreit,
Ein Publikum, das ihm verzeiht!
Des Reimes wegen, als ein Schweizer,
Wünsch' ich dir einen nüchternen Heizer,
Der da vorsichtig, sanft und lind
Das Schiff dich tragen lässt mit dem Kind.
Ich wünsche, dass alles, was sehenswert,
Die schönste Seite zu dir kehrt,
Vor deinen Fuss frisch Rasengrün,
Dem Auge freundlicher Sterne Glühn,
In deine Hände weisses Brot
Und alle Tag Morgen und Abendrot!
Derweil sei deinem Mann der Wein
Allüberall süss, stark und rein!

Und weil die Guten dieser Erden
Noch lange Tage wandern werden,
So mache die Ferne das Herz euch satt
Mit allem Besten, was sie hat!
Sie fülle freundlich euch die Truh
Und geb' euch leichte Sorgen am Tag,
Des Abends Nachtigallenschlag,
Zur Nachtzeit aber die goldene Ruh;
Des Sommers Frucht, des Frühlings Zier,
In England immer vom besten Bier,
Den Fisch im Wasser, den Vogel der Luft,
Nur keinen Boden zu einer Gruft;
Denn in der Heimat sollt ihr sterben
Und euern Kindern die Freiheit vererben!

Stein- und Holz-Reden

           

Auf Lüneburger Heide,
Da steht der alte Stein,
Daneben die alte Eiche,
Sie mag wohl tausendjährig sein.

Gesellen ziehn vorüber
Im Lenz mit frischem Sang;
Sie singen von deutscher Freiheit,
In heller Luft verhallt der Klang.

Da spricht der Stein zur Eiche,
Als wacht' er auf vom Traum:
»Ging nicht vorbei die Freiheit?
Wach' auf, wach' auf, du deutscher Baum!«

Und durch des Baumes Krone,
Da fährt ein Windesbraus,
Die moosigen Äste schlagen
In tausend jungen Augen aus!

Da spricht zum alten Steine
Der frisch ergrünte Baum:
»Klang nicht das Lied der Einheit?
Wie, oder war's des Windes Traum?«

Die Sänger sind gezogen
Fernhin durchs Heidekraut.
Die Eiche hat ihnen von oben
Gar lang und traurig nachgeschaut.

Den letzten Ton in Lüften
Hat sie verhallen gehört,
Dann hat sie rauschend die Äste
Vom welken Laub im Zorn geleert.

»Nun will ich wieder schlafen,«
Spricht sie zum alten Stein,
»Du wunderlicher Träumer
Sollst mir nun einmal stille sein!«

Beim Rheinwein 1847

       

Aller Sonnenschein,
Der einen Sommer lang
Längs dem schönen Rhein
Sich um die Berge schlang,
Breitet heute aus dem Wein zumal,
Seine Glorie durch den weiten Saal.

In dem Scheine steigt
Es auf wie Rebenhöhn;
Ob dem Zauber schweigt
Der Gläser hell Getön,
Und der selbstvergessne Zecher lauscht,
Wie der Strom in seinen Ohren rauscht.

Und im Morgenschein
Durch die Gestade hin
Sieht den hellen Rhein
Er sich vorüberziehn,
Und ein Binsenkörbchen trägt die Flut,
Drin das Moseskind der Deutschen ruht.

Scharf am Felsenriff
Bricht sich der Morgenwind,
O gebrechlich Schiff,
O du verlassnes Kind!
Keine Königstochter badet heut,
Die dir schützend ihre Hände beut!

Nur die Liebe wacht
Und folgt am Uferhang,
Und ihr Auge lacht
Auf dich die Fahrt entlang,
Liebe, die das Heldenkind gebar,
Die der Freiheit reine Mutter war.

Bis die Zeit entfloh,
Wo du einst wiederkehrst
Und den Pharao
Vor Gott erbeben lehrst,
Wirst ein starker, kluger Moses sein –
O wie lang noch fliesst der grüne Rhein?

Wien 1848

       

Stadt der Freude, Stadt der Töne,
Morgenfrohes, stolzes Wien,
Dessen frühlingsheitre Söhne
Nun der Freiheit Rosen ziehn:
Ja, wir haben uns versündigt,
Als wir grollten deiner Lust,
Deinem Jauchzen, das verkündigt
Eine starke, tiefe Brust!

Auf den zauberischen Wogen
Deutscher Tänze schwebtest du;
Wetter kamen schwül gezogen,
Schelmisch logst du üppige Ruh.
Eisgrau sassen tote Wächter
Vor dem klangerfüllten Haus –
Sieh, da sandtst du edle Fechter
Singend in das Frührot aus!

Mit den Flöten, mit den Geigen,
Mit Posaunen hell voran
Führe vorwärts deinen Reigen
Auf der morgenroten Bahn!
Einmal noch durch deutsche Lande
Führ' ein deutsches Kaiserbild,
Reich zu schaun im Goldgewande,
Und wir grüssen fromm und mild!

Dieser Traum wird auch verwehen
Und am alten Sternenzelt
Endlich unter die Sterne gehen
Zu der toten Götterwelt;
Und wo flimmernd Schwan und Leier
Und das Bild des Kreuzes sprühn,
Wird dereinst im stillen Feuer
Caroli magni Krone glühn!

Aber dann in tausend Wiegen,
Hier in Gold und dort in Holz,
Wird der junge Kaiser liegen,
Freier Mütter Ruhm und Stolz,
Wird als Hirt auf Blumenauen,
Im Gebirg als Jäger gehn,
Auf des Meerschiffs schwanken Tauen
Als ein braver Seemann stehn!

Die Schifferin auf dem Neckar 1849

1.

             

Wir standen an rauschender, schwellender Flut,
Wir sieben Gesellen mit brausendem Blut,
Entzündet vom Weine, von Lied und von Lust,
Hol' über! ertönt es aus jauchzender Brust.

Da kam eine Schifferin lustig heran,
Sie fasste das Ruder und wandte den Kahn;
Wir sprangen mit Mutwill und Lachen hinein,
Fast war der gebrechliche Nachen zu klein.

So stiess sie vom Land in die Wogen hinaus,
Die Mitte des Stromes war weisslich und kraus;
Wir brachten mit Schaukeln das Schifflein in Not,
Doch ruhig und aufrecht regiert' sie das Boot.

Mit Schmeicheln und Scherzen belagerten wir
Die wehrlose Maid, und es hingen an ihr
Die glänzenden Blicke, doch ihnen vorbei
Schaut' sie auf die Wasser so kühl und so frei.

Zuletzt in den Lüften entbrannte die Lust,
Zu stehlen der Jungfrau das Tuch von der Brust
Und Augen und Worte wie Wellen und Wind,
Sie gaben zu schaffen dem kämpfenden Kind.

Und siegreich erreicht' sie den anderen Strand
Und liess uns mit fliegendem Busen ans Land!
Gewendet den Nachen, schon kehrt' sie zurück,
Fuhr über das Wasser mit ruhigem Blick.

 
2.

Es ringen die Ströme gewaltig zu Tal,
Die Deutschen nach Einheit mit Feder und Stahl;
Der Neckar erreichet den wallenden Rhein,
Doch ewig muss deutsche Zerrissenheit sein.

Die feindlichen Stämme, sie stritten im Land,
Die Preussen, die Bayern, die Hessen zu Hand
Verfochten mit blutiger Mühe den Thron,
Die Badischen sind gegen Süden geflohn.

Am Strand blieb ein Häuflein Rebellen zurück,
Die finden zum Fliehn weder Furten noch Brück',
Vom Rotweine trinken die Neige sie noch
Und bringen voll Wut ihrem Hecker ein Hoch.

Da kracht es vom Walde, da blinkt es vom Berg,
Es flüchtet der Fischer, es birgt sich der Ferg;
Ja blickt nur, ihr wilden Gesellen, euch an!
Wohl ist es um euere Köpfe getan!

Schon schimmert durch Bäume der Helm und der Speer,
Es fliegt der Husar auf der Strasse daher;
Die Schifferin drüben steht einsam am Bord,
Schon schwenkt sie das Ruder, schon ist sie am Ort.

Sie springen mit bleichen Gesichtern hinein,
Fast ist der gebrechliche Nachen zu klein;
Mit Männern und Waffen zum Sinken beschwert,
Hat sie schon das Schiff in die Fluten gekehrt.

Das ist eine düstre Gesellschaft im Boot,
Wie Blut weht am Hute die Feder so rot,
Zerrissen die Bluse, geschwärzt das Gesicht,
In den Augen flackert das Totenlicht!

Ein dürftiges Fähnlein im Winde sich rollt,
Aus schlechtem Kattun, das ist schwarz, rot und gold;
So treibt auf den Wellen der schwankende Kahn,
Die Schifferin sucht ihm die rettende Bahn.

Und wie sie die Mitte des Flusses erreicht,
Schon Kugel auf Kugel das Wasser bestreicht;
Sie schlagen ins Ruder, sie schlagen ins Schiff,
Es schweift um die Ohren der greuliche Pfiff.

Da recken die Bursche sich fluchend empor,
Und schnell fährt der schlummernde Blitz aus dem Rohr;
Sie stemmen den Fuss auf den schwebenden Rand
Und laden und senden die Kugeln ans Land.

Es rieselt im Nachen die purpurne Flut,
Die Schifferin steht in dem tanzenden Blut;
Scharf streift ihr der Tod an den Brüsten vorbei,
Das Aug' hängt am Ziele nur sicher und frei.

Schon führt sie zerschossene Leichen an Bord,
Und bleicher nur kämpfen die Lebenden fort;
Das Fähnlein verschwindet und flattert aufs neu',
Fest steht nur die Jungfrau und steuert getreu.

Und endlich gewinnt sie die schützende Bucht,
In Hohlwegen bergen die letzten die Flucht;
Wo nächtliche Diebe und Wilderer gehn,
Verliert sich des Deutschpaniers klagendes Wehn.

Die Maid aber legt jetzt das Ruder zur Ruh
Und drückt ihren Toten die Augen zu.
Sie ziehet den schwimmenden Sarg auf den Sand
Und setzt ihren Fuss auf den blutigen Rand.

Da hat doch ihr Herz ein Erbeben gefasst,
Da erst sind die rosigen Wangen erblasst;
Das ruhvolle, kühle, das klare Gemüt
Hat einmal in zitternden Flammen geglüht!

Der Gemsjäger 1849

       

Er kam, ein alter Jägersmann,
Herab an unsrer Ströme Flut,
Er hatte kurze Hosen an
Und trug 'nen spitzen Jägerhut.

Er ging so ernst, er sah so schlicht,
Wie seiner Joppe graues Tuch;
Aus seinem Mund ging das Gerücht
Von manchem guten Weidmannsspruch.

»In seiner Tasche«, dachten wir,
»Birgt er gewiss aus Alpenkraut
Für altes Leid das Elixier,
In hoher Einsamkeit gebraut.

Und wachsam, recht nach Jägerart,
Späht rings sein scharfes Aug' herum,
Und seine sichre Kugel wahrt
Vor Feinden unser Heiligtum!«

Wir holten ihn mit Kränzen ein
Und führten ihn mit frohem Mut
In unser neues Haus hinein,
Und ernsthaft zog er seinen Hut.

Nun sitzt er drin, der Spass ist aus,
Verriegelt ist die neue Tür,
Und aus dem totenstillen Haus
Blinzt nur des Jägers Rohr herfür!

Rheinbilder

1. Das Tal

         

Mit dem grauen Felsensaal
Und der Handvoll Eichen
Kann das ruhevolle Tal
Hundert andern gleichen.

Kommt der Strom mit seinem Ruhm
Und den stolzen Wogen
Durch das stille Heiligtum
Prächtig hergezogen,

Und auf einmal lacht es jetzt
Hell im klarsten Scheine,
Und dies Liederschwälbchen netzt
Seine Brust im Rheine!

 
2. Stilleben

Durch Bäume dringt ein leiser Ton,
Die Fluten hört man rauschen schon,
Da zieht er her die breite Bahn,
Ein altes Städtlein hängt daran.

Mit Türmen, Linden, Burg und Tor,
Mit Rathaus, Markt und Kirchenchor;
So schwimmt denn auf dem grünen Rhein
Der goldne Nachmittag herein.

Im Erkerhäuschen den Dechant
Sieht man, den Römer in der Hand,
Und über ihm sehr stille steht
Das Fähnlein, da kein Lüftchen geht.

Wie still! Nur auf der Klosterau
Keift fernhin eine alte Frau;
Im kühlen Schatten neben dran
Dumpf donnert's auf der Kegelbahn.

 
3. Frühgesicht

Es donnert über der Pfaffengass'
Des weiland heil'gen römischen Reiches
Wie Gottes Heerschild jähen Streiches;
Der Morgen dämmert rosig blass.

Und wie der Schlag weithin verhallt,
Wogt eine graue Nebelmasse,
Als zög' ein Heervolk seine Strasse,
Das auf den Wassern endlos wallt.

Im Zwielicht raget Dom an Dom,
An allen Fenstern lauscht's verstohlen;
Doch auf gedankenleichten Sohlen
Vorüber eilt der Schattenstrom.

Das rauscht und tauschet Hand und Kuss,
Der Sturmhauch rührt verjährte Fahnen
Wie neues Hoffen, altes Mahnen,
Erschauernd wie ein Geistergruss.

Was brav und mannhaft ist, vereint
Zieht es, den letzten Streit zu schlagen;
Er klirrt zu Fuss, zu Ross und Wagen,
Zum Freunde wird der alte Feind,
Und neben Siegfried reitet Hagen.

 << Kapitel 145  Kapitel 147 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.