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Gottfried Keller: Gedichte - Kapitel 139
Quellenangabe
typepoem
titleGedichte
authorGottfried Keller
senderh.guhl@bluewin.ch
created1999
modified20170529
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Parteigänger

       

Gefallen sind die Hiebe,
Verflogen Staub und Rauch,
Und süsse Bruderliebe
Blüht wieder an jedem Strauch!
Hin ist so mancher Brave,
Und bläkend ziehn die Schafe
Zum Pferch nach alten Brauch.

Nun singt in allen Pfannen
Der fette Siegesbrei;
So reit' ich denn von dannen,
Die Strassen sind ja frei!
Und winkt ein Schank an Wegen,
Will ich hinein mich legen
Und sehn, was Ruhen sei!

Ich bin als heisser Zecher
Auf einen Trunk erpicht;
Doch füllen meinen Becher
Wohl Tränen Christi nicht –
Ich trink' nur herbe Reben
Und lass' im Herben leben
Mein Schätzel derb und schlicht!

Ich bin ein wilder Reiter,
Auch beisst und schlägt mein Gaul,
Ich bin ein grober Streiter
Und führ' ein grobes Maul;
Und sind auch allerwegen
Mir rostig Schild und Degen –
Drein schlag' ich drum nicht faul!

Und ist der Streit geendet
Und ist die Tat getan,
Mag ich, wie's auch sich wendet,
Doch keinen Lohn empfahn!
Will nicht im Rate tagen,
Will Ketten nicht und Kragen,
Die stehen mir nicht an.

So sitz' ich in der Schenke
Zur braunen Distel wert,
Weil draussen an der Tränke
Gesattelt steht das Pferd;
Ich lach' der neuen Herren,
Die an der Beute zerren,
Und lockre still mein Schwert

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